Die Zeit

Fasslager

Das allseits bekannte Zitat „Zeit ist relativ“, hat noch nie so gestimmt, wie im Fall unseres Whisky-Projekts. Das Gefühl, eine Schnecke beim Marathon zu beobachten, möchte man nur seinem ärgsten Feind wünschen.

3 Jahre sind verdammt lang für einen ungeduldigen Whiskyliebhaber aber wir trösten uns mit dem Gedanken, dass auch diese Zeit vergehen wird und unser junger Whisky in guter Gesellschaft untergebracht ist.

Hinter einer großen Stahltür in Groß Lobke, die Schlüsselbesitzer sind handverlesen, betreten wir unser Fasslager für Whisky. Sogar das Licht auf diesen zwei Stockwerken, Heimat für einige hundert Fässer, ist stark herunter gedimmt , um das edle Getränk bei seiner Reifung nicht zu stören.

Bis sich das Auge an diese Lichtverhältnisse gewöhnt hat, sind die langen Fassreihen nur schemenhaft zu erkennen, wie ein schlafender Riese im Dunst der Dämmerung.

Angels Share hängt schwer in der Luft und wehmütig denken wir an die vielen Liter Whisky, die sich die Engel ohne jegliche Gegenleistung einverleiben.

Das Gefühl, die Zeit würde still stehen, ergreift jeden Besucher und es entsteht ein unweigerlicher Drang, die vor sich hin schlummernden Fässer zu berühren und fast zärtlich über sie hinweg zu streichen. Hier kann man sich verlieren.

Nicht umsonst werden bei den seltenen Führungen durch unser Fasslager die Besucher am Ausgang noch einmal durchgezählt, wissen wir doch, der Mensch ist schwach.

Das ist nun für mindestens 3 Jahre die Heimat unseres jungen Whiskys aus Deutschland. Die Zeit wird vergehen und das Nachbarfass in die Fassreihe, z.B. ein 25 jähriger Bruichladdiich, wird, wenn das Licht wieder verloschen und Stille eingekehrt ist, dem jungen Spund nebenan von der Relativität der Zeit erzählen.

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